Fehler bei der Hochzeitsplanung

Frank Maibaum
www.frank-maibaum.de

Die häufigsten Fehler bei der Hochzeitsplanung, und was Hochzeitspaare im Nachhinein bereuen.

Der westfälische Pfarrer Frank Maibaum hat Hochzeitspaare vier Wochen nach ihrer Hochzeitsfeier befragt welche „Planungsfehler“ sie besonders bereuen. 70 Paare beteiligten sich. Maibaum fasst hier die Äußerungen der Paare zusammen. Dazu gibt er Ratschläge, wie Braut und Bräutigam derartige Fehler vermeiden können. Die meisten Paare bedauerten, die Hochzeitsnacht nicht genossen zu haben.
 
1) „Wir hatten leider keine richtige Hochzeitsnacht! Wir blieben bis in die Morgenstunden bei unseren Gästen; danach waren wir zu müde.“
Der Tipp vom Hochzeitspastor: Hochzeitspaare planen die romantische Hochzeitsnacht oftmals gar nicht ein. Sie meinen, sie müssten bis zum Ende der Feier bei ihren Gästen verweilen. Zudem wissen sie schon vorher, dass sie sehr erschöpft sein werden. Sie haben keine großen Erwartungen an die Hochzeitsnacht, zumal sie schon viele schöne Nächte miteinander verbracht haben. Doch in den Wochen danach kommt bei vielen Paaren das Gefühl auf, diesbezüglich doch etwas verpasst zu haben.
 
Verzichten Sie nicht auf Ihre Hochzeitsnacht. Nehmen Sie sich Zeit für Zweisamkeit, Romantik und Sexualität. Die Zeit dazu haben Sie jedenfalls, denn Sie müssen nicht bis zum Schluss für ihre Gäste da sein. Als Hochzeitspaar haben Sie keine Gastgeberrolle. Sie selbst sind Ehrengast Ihrer Hochzeitsfeier. Es geht an diesem Tag nur um Sie! Ziehen Sie sich spätestens kurz nach Mitternacht dorthin zurück, wo niemand Sie mehr stören kann. Machen Sie sich nicht den Stress, an diesem „schönsten Tag im Leben“ auch den „schönsten Sex des Lebens“ aufzubieten. Nehmen Sie Beide sich aber Zeit für Ihre Liebe und Zärtlichkeit, dann wird diese Nacht zum Erlebnis.
 
2) „Wir haben uns übernommen. Wir haben selbst am Tag der Hochzeit noch organisiert. Es wäre noch schöner gewesen, wenn wir mehr Ruhe gehabt hätten!“
Viele Paare berichten von großer Anspannung, die schon am Vortag beginnt und am Hochzeitstag in wahrem Stress gipfelt. Leider nehmen immer mehr Paare die Planung ihrer Hochzeit selbst in die Hand. Früher übernahmen die Eltern und der Freundeskreis die Hochzeitsorganisation. Die Eltern luden ein und waren Gastgeber; der Freundeskreis organisierte den Geschenktisch und vieles mehr.
 
Versuchen Sie an diese Tradition anzuknüpfen. Spannen Sie viele Personen in die Planung Ihrer Hochzeit ein. Laden Sie Verwandte und Freunde schon ein Jahr vorher zu einer „Planungsparty“ ein. Auf große Papierbogen haben Sie Aufgabenbereiche geschrieben wie: Drucksachen gestalten / Tischdekoration / Gästeliste verwalten / Geschenktisch betreuen / Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. Wer bereit ist, einen Bereich zu übernehmen, trägt sich ein. Sicher finden Sie bei dieser Gelegenheit auch Personen mit der Fähigkeit, die gesamte Organisation in die Hand zu nehmen.
 
3) „Wir hatten eine Feier ohne Kinder geplant. Wir hatten das auch in der Einladung bekannt gegeben. Aber es waren etliche Kinder in der Kirche und im Hochzeitslokal anwesend. Wir konnten leider nicht auf sie eingehen.“
Hochzeitspaare haben zumeist selbst noch keine Kinder. Daher werden Kinder bei Hochzeitsplanungen oftmals nicht berücksichtigt. Bei einer kirchlichen Trauung sowie beim Empfang müssen Sie aber mit Kindern rechnen. Bezieht man Kinder aktiv ein, so werden Sie nicht zum Störfaktor. Kinder können im Vorfeld an der Dekoration mitarbeiten. Während des Gottesdienstes und der Feier können sie kleine Texte vortragen. Zumindest eines der Lieder sollte ein Mitmachlied für die Kleinen sein. Ein Tisch mit Bastelmaterialien kann bereit stehen, selbst in der Kirche. Eine Person sollte sich ganz um die Kinder kümmern.
 
4) Wir haben uns Haushaltwaren schenken lassen. Mit etlichen Gegenständen sind wir aber doch nicht sehr glücklich. Wir haben uns aber nicht getraut, um Geld zu bitten.
Früher waren Wünsche nach Geld verpönt. Geld schenkte man nicht, das schien einfallslos. Die Auffassungen darüber haben sich geändert, gut so. Das vereinfacht das "Problemfeld" Geschenke sehr - für die Schenkenden und für die Beschenkten. Doch formulieren Sie Ihren Wunsch nach Geldgeschenken mit Humor. Das kann so lauten: „Und wie werden wir unsere Hochzeitsnacht verbringen? Da haben wir uns etwas Geiles ausgedacht: Wir werden im Bett die Briefumschläge mit Euren guten Wünschen und Euren Geldgeschenken öffnen. Wenn dann noch Zeit ist, kommt bestimmt spontan noch eine scharfe Idee, wie wir den Rest der Nacht verbringen könnten. Also: Kochtöpfe oder so brauchen wir gar nicht für unser Glück. Ein Couvert mit einem Scheinchen darin und einem lieben Wunsch für die Nacht und unser Zusammenleben lässt uns bestimmt auf Wolken schweben.“

5) Man hatte uns vorher geraten, unsere Rede nicht abzulesen. Deshalb waren zu nervös.
Zunächst dürfen Sie als Braut und Bräutigam wissen, dass Sie keine Rede halten müssen. Diesbezüglich sind in erster Linie Ihre Eltern und Personen aus dem Freundeskreis in der Pflicht. Sie können sich auf eine ganz kurze Begrüßung beschränken. Haben Sie sich aber entschlossen, ein paar Sätze mehr zu sagen, so dürfen Sie diese gern ablesen. Das ist besser, als sich zu verhaspeln oder wichtige Gedanken zu vergessen.
 
6) Einige Personen haben unsere Hochzeitsanzeige mit einer Einladung verwechselt. Das war etwas peinlich.
Immer häufiger entdecke ich unklar formulierte Hochzeitseinladungen und –anzeigen. Da kommt es leicht vor, dass man als Empfänger nicht weiß, ob man eingeladen ist oder ob die Hochzeit nur bekannt gegeben wird. Beschränken Sie sich auf deutliche Informationen. Heben Sie das Wort EINLADUNG hervor, wenn Sie jemanden zu Ihrer Feier bitten. Auch im Text selbst sollte stehen „Wir bitten zum Empfang“ oder „Wir freuen uns auf Deine Anwesenheit“. Auch die Bitte um Antwort macht deutlich, dass es sich um eine Einladung handelt. Dagegen muss bei der Anzeige ersichtlich sein, dass es eine Bekanntmachung ist. Verzichten Sie auf ausschweifende Formulierungen. So reicht es: „Wir geben unsere Hochzeit bekannt“. Dazu schreiben Sie den Standesamttermin und gegebenenfalls Ort und Zeit der kirchlichen Trauung. Zu diesen Ereignissen wird grundsätzlich nicht eingeladen; jede Person, die Kenntnis erhält, ist willkommen. Möchten Sie auch im Standesamt oder in der Kirche im kleinen überschaubaren Kreis unter sich bleiben, so geben Sie Ihre Eheschließung erst nachträglich bekannt: „Wir haben geheiratet!“
 
7) Wir hätten gern im Standesamt oder in der Kirche gegenseitig eine Liebeserklärung vorgelesen. Aber im Ablauf schien uns kein Platz dafür, schade.
Es ist sehr schön und sinnvoll, wenn Hochzeitspaare sich mit eigenen Textbeiträgen beteiligen. Das kann an verschiedenen Stellen der Zeremonie geschehen. Sie dürfen Ihre Gäste begrüßen, zur Einleitung einen Text vorlesen oder Wünsche laut aussprechen. Eine Liebeserklärung lesen Sie im Standesamt nach dem Ja-Wort vor. In der Kirche können Sie auf diese Weise das gegenseitige Trauversprechen anreichern. Doch ein solches Vorhaben sollte geplant sein. Sie müssen dieses Anliegen schon bei der Vorbesprechung dem Standesbeamten oder der Standesbeamtin bzw. den Geistlichen mitteilen.
 
 
8) Gern hätten wir uns mit den Danksagungen auch konkret für die jeweiligen Geschenke bedankt. Das ging nicht, weil wir die Geschenke nicht mit Sicherheit den Personen zuordnen konnten.
Es gehört sich, dass Sie Wochen später noch wissen, wer Ihnen welches Geschenk gemacht hat. Mit der Danksagung oder bei der nächsten Begegnung erwähnen Sie das Geschenk. Wenn die Gäste die Geschenke bringen, werden sie in der Verpackung auf einen Tisch gestellt. Es muss also jemand aus dem Bekannten- bzw. Verwandtenkreis eingeteilt sein, der darauf achtet, dass die Glückwunschkarten oder Zettel mit Namen sicher am Geschenk befestigt sind. Normalerweise, wenn Gäste zu einer Feier (wie zum Geburtstag) Geschenke mitbringen, packt man diese sofort aus. Doch bei der Hochzeit ist das anders. Diese Geschenke packen Sie erst am späten Abend, in der Nacht oder besser am nächsten Tag in aller Ruhe aus. Dabei notieren Sie Schenker und Geschenk.

 

Literaturempfehlungen:

Das Traubuch
Der praktische Ratgeber für die kirchliche Hochzeit

Die Hochzeit zählt zu den zentralen Ereignissen im Leben vieler Menschen. Daher wird sie lange und intensiv vorbereitet: von der Terminfindung über die Gästeliste bis zur Wahl des Brautkleides.

Doch einem der Höhepunkte des Festes, der kirchlichen Trauung, stehen die Paare oft hilflos gegenüber. Sie neigen zur Passivität und verlassen sich auf die Geistlichen. Hier hilft »Das Traubuch«. Auf leicht verständliche Weise erklärt es dem Brautpaar Ablauf und Bedeutung der christlichen Hochzeit. Es zeigt, wie das Paar sowie Freunde und Verwandte aktiv werden können: Vom Schmücken der Kirche über die Begrüßung und das Eheversprechen bis zum Schluss-Segen sind viele Gestaltungshilfen enthalten. Zusätzlich bietet ein praktischer Anhang zahlreiche Trausprüche aus Bibel und Literatur. So wird die kirchliche Trauung zu einem unvergesslichen Fest der Liebe.

Das Buch ist im Verlagshaus Steinkopf erschienen.

Es kostet Euro 14,95. ISBN 3-798-40772-X .